Die Darmspiegelung

Die Darmspiegelung oder in der Fachsprache Koloskopie ist eine Untersuchung des Dickdarms sowie des Endbereichs des Dünndarms. Einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden ist die Darmspiegelung im Rahmen von Vorsorgemaßnahmen gegen Darmkrebs durch das Gesundheitsministerium.

In Deutschland wird die Darmspiegelung Männern und Frauen ab dem 50. Lebensjahr jährlich als Vorsorge-Untersuchung angeboten. Ist der Darmkrebs bereits in der Familie aufgetreten, raten Ärzte zur verstärkten Kontrolle durch eine Darmspiegelung. Die Symptome für Darmkrebs können Gewichtsverlust, Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen sowie starke Blähungen sein.

Wenn bereits sichtbar Blut im Stuhl auftritt, ist der Arztbesuch dringend anzuraten. Aber auch sogenanntes okkultes oder unsichtbares Blut ist möglich, das durch einen Schnelltest des Stuhlgangs festgestellt werden kann.
Folgende Gründe können Anlass für eine Darmspiegelung sein:

  • Vorsorge-Untersuchung ab dem 50. Lebensjahr
  • Vorsorge-Untersuchung bei familiärer Vorbelastung
  • Blut im Stuhl
  • Sonstiger rektaler Blutabgang oder sogenannter Teerstuhl
  • Unbeabsichtigte Gewichtsabnahme
  • Chronisch-end zündliche Darmerkrankungen
  • Verstopfung oder Durchfall
  • Unterbauchbeschwerden ohne klare Ursache
  • Kontrolluntersuchung nach einer Darmkrebs-Therapie
Vor der Darmspiegelung wird der Patient von einem Gastroenterologen gründlich untersucht

Vor der Darmspiegelung wird der Patient von einem Gastroenterologen gründlich untersucht

Vor der Darmspiegelung erfolgt in der Regel eine gründliche Untersuchung durch den Gastroenterologen. Dabei wird der Bauch abgehört, um festzustellen, ob ungewöhnliche Darmfunktionen vorliegen. Durch Abtasten können eventuelle Verhärtungen oder mögliche Tumorknoten festgestellt werden. Zur weiteren Vorbereitung auf die Darm-Spiegelung muss der Dickdarm entleert sein, um die Untersuchung durch Stuhlreste nicht zu beeinträchtigen.

Früher wurden dazu Einläufe verabreicht, was immer seltener geschieht. Heute erfolgt die Entleerung des Dickdarms über eine orthograde Darmspülung. Dabei muss der Patient innerhalb weniger Stunden etwa 3 bis 5 Liter einer Polyethylenglykol-Lösung trinken. Nach der Entleerung erfolgt die Darmspiegelung. Dazu wird das Koloskop eingesetzt.

Das Koloskop ist im Grunde ein flexibles Rohr mit etwa einem Zentimeter Durchmesser. Moderne Koloskope sind mit einer Videokamera ausgerüstet, die das Bild auf einen Monitor übertragen. Zusätzlich verfügt das Gerät über eine Absaugvorrichtung, um noch vorhandene Spülflüssigkeiten und Stuhlreste zu entfernen. Über einen sogenannten Arbeitskanal, ein leeres Rohr im Koloskop können, zum Beispiel für Gewebeproben, zusätzliche Werkzeuge eingeführt werden.

Die Koloskopie wird entweder in der Praxis des Arztes oder in einer Klinik durchgeführt. Um eventuell auftretende Schmerzen zu unterdrücken, erhält der Patient ein Beruhigungsmittel in Verbindung mit einem Schmerzmittel. Es besteht auch die Möglichkeit der Kurznarkose, die aber nicht ohne ein gewisses Risiko ist.

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